Willkommen in der Pilgerkirche Burkersdorf

Auf der „Heide“, einem Teil des ausgedehnten, bewaldeten Buntsandsteingebietes zwischen Saale und Weiße Elster, führt der Tälerpilgerweg in das denkmalgeschützte Gebäudeensemble von Burkersdorf. Die kleine, mehrfach umgebaute Kirche mit romanischer Absis und Südportal belegt als baulicher Zeuge die Existenz der Siedlung schon im 13. Jahrhundert. Burkersdorf, Ortsteil der Gemeinde Pillingsdorf, bildet trotz der geringen Einwohnerzahl eine eigenständige Kirchgemeinde. In der politischen Gemeindestruktur zählt Burkersdorf seit der Eingemeindung von Pillingsdorf nach Triptis zum 1. Januar 2012 nun als Ortsteil der Stadt.

Die Kirche Burkersdorf präsentiert sich in ihrer noch weitgehend ursprünglich erhaltenen Anlage als Chorturmkirche. Das massive Mauerwerk, die als Schießscharten angelegten Fenster unterhalb des in Fachwerk ausgeführten Turm-Obergeschosses und die Bohlentür mit ihren schweren Eisenbeschlägen charakterisieren die einstige Funktion als Wehrkirche. Der Zugangssicherung von innen dient eine zusätzliche Verriegelung mit einem hölzernen Vierkant.

Das Gewände des auf der Südseite gelegenen Eingangs ist noch rein romanisch, das eisenbewehrte Türblatt wird der gotischen Zeit zugeordnet. Die Jahreszahl 1798 auf der Wetterfahne benennt eine größere Überholung der Innenausstattung.

 

Einladung zur Einkehr

Ein recht vollständig renovierter Innenraum empfängt den Besucher. Herzstück ist die gerade restaurierte farbliche Fassung im Kirchenschiff und im Chorraum. Die Darstellungen der Passionsgeschichte wurden in den Jahren 1910/11 vom Maler Fritz Bethge aus dem sächsischen Meerane geschaffen. Die Ausmalung wurde seinerzeit als Geschenk an die Kirchgemeinde von Traugott Müller, dem Gutsherren des Gehöftes Nr. 4, finanziert. Neben diesen Kunstwerken an den Emporen und der Kassettendecke ist die Kanzel bemerkenswert, die 1828 neu eingebaut wurde. In der Konche befindet sich ein altes Sakramentshäuschen. An der Westwand hängen zwei Holzepitaphe für Kinder. Zwei Engel im Jugendstil repräsentieren jüngere Epochen.

Die Kirche Burkersdorf krönt auf ihrer Anhöhe den nahezu vollständig erhaltenen, historischen Fachwerkbestand der insgesamt 12 Gehöfte und der talabwärts liegenden „Untermühle“. Mit dem jährlichen Adventssingen am Samstag vor dem 4. Advent pflegt die kleine Dorfgemeinschaft , zusammen mit vielen Besuchern aus der Umgebung, eine besondere Tradition. Die musikalische Andacht wird auf der Wiese am Teich gegenüber der Kirche gefeiert, stimmungsvoll erleuchtet und erwärmt durch mehrere Schwedenfeuer. Die mit Lichterketten geschmückte Kirche strahlt dann von innen.

 

Text: Carola Frindert