Rund um das Pilgern

Es ist eine uralte Sehnsucht der Menschen:

aus dem Alltagstrott ausbrechen, Bekanntes hinter sich  lassen, neue Wege zu suchen, den "wahren" Sinn des Lebens zu finden. Diese Sehnsucht ist die Triebfeder jener Menschen die sich zum Pilgern aufmachen.

Rapide steigen psychosomatische Erkrankungen durch andauernden Stress in unserer schnelllebigen Gesellschaft. Höher, schneller, weiter ...unablässig steht der Mensch unter Druck, sich anzupassen, stets immer "scheinbar" besser zu werden zu müssen.

Kommen Sie zur Ruhe...

Nehmen Sie sich eine Auszeit...

Kehren Sie zurück zum Ursprung...

Klinken Sie sich einfach für ein paar Stunden oder auch einige Tage mal aus Ihrem Altagsleben aus und tanken Sie neue Kraft für Ihren Körper und Ihre Seele.

Pilgern heute verknüpft Brauchtum und Gegenwart, Besinnung und Wandern.

Was unterscheidet einen Pilger heute von einem Wanderer? Ein Pilger sucht geistliche Orte auf!

Kraftorte, Pilgerwege oder Wallfahrten vermitteln wie eh und je das, was wir alle brauchen: innere Einkehr, Energie, Inspiration und Ruhe.

So sind es nicht nur prominente Wallfahrtsorte wie Fátima und Lourdes, antike Kultstätten wie Ephesos, Delphi und Tempelhöhlen wie Ajanti und Ellora oder Pilgerziele wie Jerusalem, Rom oder Santiago de Compostela, die derzeit wieder entdeckt werden, auch historische Pilgerwegstrecken wie z.B. die Via de la Plata werden wieder gesucht und gefunden.

Die mittelalterlichen „Zubringer“ zum Camino Francés haben wieder einmal …Hochkonjunktur. Im gesamten – vor allem deutschsprachigen - Raum Europas finden sich „plötzlich“ alte „Jakobswege“.

Es sind aber nicht nur „die Jakobswege“, die in unserer „Freizeitgesellschaft“ besonders nach Erscheinen des „Tagebuchs vom Kerkeling“ Aufsehen erregen. „Andere“ historische Pilgerwege wie die große historische und überregionale Strecke von Canterbury nach Rom über die Via Francigena oder regionale Routen wie z.B. Bonifatiusweg, Frankenweg, Wendelinusweg) regen das Interesse ebenso wie „Ausflüge“ und „Auszeiten“ in einem Kloster.

Im Zeichen der Zeit werden „neue“ alte Pilgerwegstrecken in Form von "Sinnespfaden" oder "Seelenstegen" wieder entdeckt - zum Innehalten und als Anregung zur Meditation, wie z.B. Disibodenberg, Rothaarsteig oder in Spanien der Camino Fisterra.

Pilgern

Definition
Das Wort "pilgern" geht zurück auf das lateinische "pergere /per agere". Übersetzt bedeutet dies "jenseits des Ackers" oder " in der Fremde". Im Unterschied zur Wallfahrt, bezeichnet die Pilgerschaft meist eine längere, religiös motivierte Reise. Bei diesem Begriff denken wir an die Tradition der oft jahrelangen Reisen in das Heilige Land, nach Rom oder nach Santiago de Compostela.
Wallfahrt und Pilgerfahrt sind untrennbar verbunden mit dem Glauben, dem Göttlichen oder dem Heil an einem bestimmten Ort näher zu sein. Dem Weg oder dem Unterwegssein kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

Zur Geschichte
Alle Religionen kennen Wallfahrten und Christen lesen schon bei Jesaja 30,29, wie das Volk Gottes dreimal im Jahr hinauf nach Jerusalem ging, um an den großen religiösen Festen teilzunehmen. Zur Vorbereitung sangen und beteten sie geistliche Lieder, fromme Gebete.
Selbst vorchristliche Formen der Wallfahrt sind aus Ägypten bekannt; hier eng verbunden mit Opfergaben an die Götter bei Tempelweihen. In Mitteleuropa und vom Mittelalter bis zum Barock ist Pilgern in erster Linie Ausdruck römisch - katholischer Frömmigkeit. Erst im 20. Jahrhundert mischen sich auch evangelische Christen unter die Pilger und Wallfahrer. Frauen und Männer, Alte und Junge, Kranke und Gesunde pilgern zu Orten, die Christen heilig sind, zu den Stätten, wo Jesus gelitten hat, Apostel und Martyrer begraben sind oder wo die Gottesmutter oder Engel sich gezeigt haben.
Dabei sollte für einen solchen langen Weg bedacht sein: